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Neue OZ: Kommentar zu Thailand
Regierung

    Osnabrück (ots) - Privileg fürs Volk

    Hoffentlich macht Thailands neuer Premier Abhisit seinem Namen keine Ehre. Übersetzt heißt der nämlich "Privileg". Das Volk hat aber genug davon, dass die politischen Eliten sich Vorrechte - und Geld - sichern, die Mehrheit der Thailänder jedoch leer ausgeht.

    Fürs Erste profitiert Abhisit vom Obama-Faktor. Wie der dynamische künftige US-Präsident bringt der jüngste gewählte thailändische Premier frischen Wind in die politsche Landschaft. Und damit die Hoffnung auf einen Neuanfang. Hier hören die Parallelen aber schon auf. Denn Abhisit hängt am Gängelband fünf kleiner Parteien, deren Überläufer ihm nun eine hauchdünne Mehrheit bescheren. Auch Armee und außerparlamentarische Opposition PAD dürften für gewährte Unterstützung auf Gegenleistung pochen, etwa Teilernennung statt Wahl des Parlaments. Vor allem fehlt Abhisit Rückhalt in der Bevölkerung.

    Der als smart geltende frühere Oxfordstudent und seine Demokratische Partei sind zwar beliebt bei Unternehmen und in der Mittelklasse, nicht aber bei der armen Landbevölkerung im Norden und Nordosten des Landes. Nur wenn Abhisit das gespaltene Land eint und er den Armen zu mehr Wohlstand verhilft, wird er nicht wie seine drei Vorgänger als Monats-Premier zur Fußnote der Geschichte. Und nur dann bleibt Thailand weitere Gewalt erspart.

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