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Neue OZ: Kommentar zu Thailand
Bangkok
Demonstrationen

    Osnabrück (ots) - Kranker kleiner Tiger

    Thailand rutscht immer tiefer in eine gefährliche Krise. Die Demokratie wankt - bedroht durch Demonstranten, die immer härter auf den Sturz der Regierung hinarbeiten. Wohlgemerkt: der von einer breiten Parlamentsmehrheit getragenen, demokratisch gewählten Regierung.

    Deren Gegner nennen sich zwar Volksallianz, Volkes Stimme fühlen sie sich allerdings weniger verpflichtet als den Interessen einer Oberschicht, die so für den Erhalt von Privilegien und Vorherrschaft kämpfen lässt. Und Demokratie eben nur akzeptiert, wenn diese die eigene Macht sichert.

    Dass das Land dabei ruiniert zu werden droht, wird kühl in Kauf genommen. Die Gewalt der Straße schwächt die Wirtschaft des aufstrebenden "kleinen Tigers" zunehmend. Und sie trifft auch den Tourismus, eine wichtige Einnahmequelle.

    Noch weist das Militär alle Putschvermutungen entschieden zurück. Das bedeutet freilich nicht, dass es sich als engagierter Hüter von Verfassung und Demokratie versteht. Offensichtlich will es sich derzeit nur nicht in einen unkalkulierbaren Machtkampf hineinziehen lassen.

    Dass dies so bleibt, wenn sich der Niedergang beschleunigt und der Druck der Straße verstärkt, muss bezweifelt werden. Mit jedem Protesttag rückt eine neuerliche Militärdiktatur ein Stück näher. Die Demonstranten wären dann zwar nicht am erklärten Ziel, dennoch erfolgreich: Gewalt der Straße hebelt die Demokratie aus.

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