Christliche Initiative Romero

Puma: Massive Arbeitsrechtsverletzungen in Zulieferfabrik / Stromschläge - keine Krankenversicherung - Protestaktion gestartet

Münster/Nürnberg (ots) - Gewerkschaft aus El Salvador sucht Öffentlichkeit, um massive Missstände publik zu machen. Alleine die Qualität der Produkte wird kontrolliert - Arbeits- und Menschenrechte bleiben auf der Strecke. Puma zieht sich aus der Affäre und bricht Geschäftsbeziehungen ab.

Während Puma die Fußball-WM in Brasilien für einen Werbefeldzug nutzt und acht Nationalteams ausrüstet, herrscht bei der Produktion von Puma-Shirts alles andere als "Fair-Play". Eine Partnerorganisation der Christlichen Initiative Romero berichtet über extremen Arbeitsdruck, gestückelte Lohnzahlungen und dass die Beiträge für die Sozialversicherung und die Krankenkasse den ArbeiterInnen zwar vom Lohn abgezogen, jedoch nicht abgeführt würden. Den ArbeiterInnen wird deswegen die medizinische Versorgung verweigert. Die zuständige Gewerkschaft beklagt zudem offenliegende Kabel an den Maschinen, von denen die NäherInnen Stromschläge erhalten.

"Die beschriebenen Zustände sind ein klarer Verstoß gegen den Puma-Verhaltenskodex", so Maik Pflaum, Experte für Arbeitsrecht der entwicklungspolitischen Organisation Christliche Initiative Romero (CIR). Der Sportartikelriese arbeitet mit zwei Kategorien von Zuliefer-Fabriken: Direkten Auftragnehmern, die kontrolliert werden, und Sub-Lieferanten, an die Aufträge weiter gereicht werden. Diese fallen aus dem schon mangelhaften Kontrollsystem von Puma komplett heraus. "Hier treten die Effekte der unsäglichen Preisdrückerei von Puma offen zu Tage: Nur die Billigsten können im Kampf um Aufträge mithalten. Dies ist umso skandalöser, als der Anteil, der an die Nähfabrik geht, unter zehn Prozent des Verkaufspreises ausmacht. Die NäherIn bekommt gar nur ein Prozent ab."

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet in seiner heutigen Ausgabe über die untragbaren Zustände in der Fabrik Industrias Florenzi in San Salvador, der Hauptstadt El Salvadors. Puma, vom Spiegel mit den Vorwürfen konfrontiert, habe die Produktionsbeziehungen zu Florenzi abgebrochen.

Die CIR fordert Puma eindringlich auf, sich seiner Verantwortung für die Arbeitsbedingungen in der Fabrik Florenzi zu stellen. "Das Schändlichste wäre, nun, da der Skandal öffentlich wurde, die Produktion von Florenzi abzuziehen. Puma muss sich seiner Verantwortung für die stellen, die Tausende Puma-Shirts genäht haben." Ein erster Schritt muss der Dialog mit der Betriebsgewerkschaft sein, um umgehend einen Verbesserungsplan aufzustellen. Damit dieser umgesetzt werden kann, muss sich Puma verpflichten, weiterhin in Florenzi zu fertigen.

Um Druck auf Puma auszuüben, startet die CIR heute eine Online-Protestaktion unter www.ci-romero.de

Weitere Infos zur Fabrik Industrias Florenzi: www.ci-romero.de/puma_florenzi

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Tel: 0911 214 2345 / Mobil: 0151 206 544 30 / www.ci-romero.de

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