Christliche Initiative Romero

Metro: Satte Gewinne fürs Unternehmen - Hungerlöhne für ArbeiterInnen
Handelsriese gerät wegen massiver Verletzung von Arbeitsrechten in die Kritik

Münster (ots) - Wenn am Mittwoch dieser Woche (5. Mai) die AktionärInnen der Metro Group zur Hauptversammlung in Düsseldorf zusammenkommen, können sie sich freuen: Die Unternehmensgruppe rangiert mit 65,5 Milliarden Euro Umsatz in 2009 auf Platz drei der weltweiten Handelsriesen. Die Christliche Initiative Romero (CIR) kritisiert jetzt allerdings, dass in der Lieferkette des Konzerns Arbeitsrechte massiv verletzt werden.

"Das Sündenregister von Metro ist skandalös", stellt Sandra Dusch Silva, Referentin der entwicklungspolitischen Organisation, fest. "Nicht nur Hungerlöhne kennzeichnen die Situation bei den ZulieferInnen in Ländern des Südens, sondern ebenso illegale Entlassungen, extreme Kurzzeitverträge von einem Monat und Schwangerschaftstests im Vorfeld von Einstellungen." Für Dusch Silva, die auf der Hauptversammlung des Konzerns über Stimmrecht verfügt, ist es keine Frage: "Angesichts all dessen kann man als AktionärIn nicht ruhigen Gewissens für eine Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand stimmen." Sie fordert, eine solche Entlastung auf der Hauptversammlung zu verweigern. Die Christliche Initiative Romero sieht darüber hinaus die Metro Group in der Pflicht, in ihren Zulieferbetrieben endlich effektive Schritte zu existenzsichernden Löhnen zu unternehmen.

In der Kritik steht die Metro Group nicht zuletzt auch wegen des Geschäftsgebarens ihrer Vertriebslinie Media Markt: Um auf den chinesischen Markt zu expandieren, ist Media Markt eine Handels-Joint-Venture mit dem mexikanischen Elektronik- und Computerhersteller Foxconn eingegangen. Foxconn hat an seinem Standort in Ciudad Juarez mehr als 300 ArbeiterInnen entlassen, weil diese sich weigerten, exzessive Überstunden zu leisten. Am Produktionsstandort Guadalajara verstößt Foxconn gegen mexikanische Gesetze, indem es seine ArbeiterInnen zu Ketten-Kurzzeitarbeitsverträgen nötigt. Darüber hinaus wurden hier 50 ArbeiterInnen entlassen, ohne dass ihnen die gesetzlich vorgeschriebene Abfindung gezahlt wurde. "In diese Praktiken ist die Metro Group über die Zusammenarbeit mit Foxconn verstrickt. So etwas ist letztlich nur schamlos zu nennen", kritisiert Sandra Dusch Silva.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Metro für Negativschlagzeilen gesorgt: In der Zulieferfabrik RL Denim in Bangladesch war eine junge Arbeiterin vor Erschöpfung gestorben. Der Fall war durch die Christliche Initiative Romero aufgedeckt worden.

Die Christliche Initiative Romero setzt sich seit 1981 für Arbeits- und Menschenrechte in Ländern Mittelamerikas ein. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Unterstützung von Basisbewegungen und Organisationen in Nicaragua, El Salvador und Guatemala sowie die Kampagnen- und Bildungsarbeit in Deutschland. Ziel ist, eine Brücke zwischen den Entwicklungsländern und Deutschland zu schlagen. Im Sinne ihres Namensgebers, des 1980 ermordeten salvadorianischen Erzbischofs Oscar Romero, setzt sich die Initiative gegen Ungerechtigkeitsverhältnisse ein und ergreift Partei für die Armen.

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