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Saarbrücker Zeitung: SPD-Geschäftsführerin Lambrecht appelliert an Abgeordnete: In Krisen auch eigene Schwächen zugeben

Berlin / Saarbrücken. (ots) - Vor dem Hintergrund des Falles Hartmann hat die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Christine Lambrecht, ihre Abgeordnetenkollegen im Bundestag aufgefordert, mit eigenen Schwächen und Krisen offener umzugehen. In einem Gastbeitrag für die "Saarbrücker Zeitung" (Montagausgabe) schrieb Lambrecht, der Leistungs- und Arbeitsdruck auf die Abgeordneten sei außerordentlich hoch. "Plötzlich selbst Hilfe annehmen zu müssen, passt nicht zu dem Selbstverständnis, das man zu sich und seinem Job hat und von außen auferlegt bekommt". Für Bundestagsabgeordnete sei es in Situationen persönlicher Krisen, etwa bei familiären oder gesundheitlichen Problemen, oft schwer, sich zu offenbaren. "Nicht weil die Fraktionskollegen keine Rücksicht nehmen würden. Ganz im Gegenteil. Aber die Angst vor dem eigenen Versagen ist groß". Lambrecht appellierte an die Parlamentarier "selbst zu verinnerlichen, dass man auch nur ein Mensch mit Stärken und Schwächen ist, dass man nicht übers Wasser gehen kann, sondern schwimmen muss, wie alle anderen auch." Diese erfordere allerdings auch eine Fraktionsführung, "die die Sensibilität hat, in einer solchen Situation Unterstützung und eine Perspektive zu bieten, wenn der Betroffene rechtzeitig vor Schiffbruch die Flagge hisst." Gegen den SPD-Abgeordneten Michael Hartmann wird ermittelt, weil er sich die Droge Chrystal Meth besorgt hatte. Hartmann wollte damit nach eigenen Angaben seine Leistungsfähigkeit steigern.

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