Deutscher Philologenverband

Schulische Bildung nicht den Interessen der Tourismusbranche unterordnen!

Berlin (ots) - Heftige Kritik an der Forderung des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Ernst Hinsken, die Ferientermine in den 16 Bundesländern noch stärker als bisher auseinander zu ziehen, hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, geübt.

Meidinger verwies darauf, dass es einen unauflöslichen Widerspruch gebe zwischen einheitlichen Semesteranfangszeiten, die nach dem Willen der Hochschulrektorenkonferenz sogar noch vorverlegt werden sollen, und den Interessen der Tourismusindustrie, Ferienzeiten möglichst breit zu staffeln. "Die Konsequenz wäre, dass die Wartezeiten zwischen Abitur und Studienbeginn noch größer werden bzw. eine Studienplatzbewerbung von Abiturienten aus Ländern mit besonders spätem Ferienende nicht mehr möglich ist. Das kann nicht hingenommen werden!", unterstrich er.

Der DPhV-Vorsitzende betonte, dass sein Verband nicht grundsätzlich gegen eine Spreizung der Ferienzeiten sei, die es so im Übrigen in zahlreichen Nachbarländern gar nicht gebe. Eine gewisse Entzerrung habe durchaus einen Sinn.

Man sei aber dagegen, dass bei der Festlegung von Ferienterminen schulische und pädagogische Erwägungen keinerlei Rolle mehr spielten, sondern nur die Auslastungsquoten von Ferienregionen, Ski-Orten sowie Flug- und Schiffsrouten. Schon jetzt sei die Schulzeit erheblich stärker als früher durch Kurzferien zerstückelt, schon jetzt erschwerten die völlig unterschiedlichen Schuljahresbeginn- und Endtermine die Mobilität von Eltern mit schulpflichtigen Kindern, so Meidinger.

"Herrn Hinsken wäre es wohl am liebsten, wenn zu jedem Zeitpunkt in Deutschland irgendein Bundesland Ferien hätte. Am besten wäre der Tourismusindustrie geholfen, wenn die lästigen, die Reiselust dämpfenden Schulzeiten völlig abgeschafft würden. Auf diesen Vorschlag des Tourismusbeauftragten warten wir noch!", sagte der DPhV-Chef.

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