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WAZ: Bivsi ist kein Einzelfall - Kommentar von Frank Preuß zur Rückkehr aus Nepal

Essen (ots) - Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht, schreibt Brecht in der "Dreigroschenoper". Bivsi Rana, das 15-jährige Mädchen aus Duisburg, hat den absurden Blüten, die Asylverfahren treiben können, ein menschliches Gesicht gegeben. Und sie hat das Glück gehabt, dass der öffentliche Druck Politik und Behörden zum Einlenken bewegt hat.

Ein Erfolg der Menschlichkeit, der die vielen Freudentränen am Flughafen verdient hat. Und ein Erfolg der Vernunft: Es ist kurzsichtig, gut integrierte Familien abzuschieben.

Was aber ist mit denen, die nicht mit Getöse aus der Schulklasse gerissen werden, sondern still und unauffällig in ein Land gekarrt werden, in dem sie nicht geboren wurden, dessen Sprache sie nie sprachen? Bivsi ist kein Einzelfall. Auf dem Balkan findet man überall Kinder mit vergleichbarem Schicksal.

Ein Einwanderungsgesetz, das diesen Namen verdient und das solche unmenschlichen Härten ausschließt, ist lange überfällig. Bis dahin liegt es an den Behörden, das nötige Augenmaß zu beweisen. Nicht nur im Falle Bivsi, wo ihnen alle Optionen offenstanden. Sondern auch bei denen im Dunkeln.

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