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WAZ: Die Politik ist am Zuge - Kommentar von Frank Meßing zum Engpass bei Gewerbeflächen im Ruhrgebiet

Essen (ots) - Eigentlich müssten die Städte des Ruhrgebiets jubeln, dass ihre Gewerbeflächen so heiß begehrt sind. Der Mangel spricht im Prinzip für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts. Eine hohe Nachfrage bei knappem Angebot treibt gewöhnlich die Preise in Höhe. Doch darum geht es in dieser angespannten Lage gar nicht. Kommunen können ansässige Unternehmen nicht mehr halten, weil Expansionsmöglichkeiten fehlen. Und neue müssen sie abweisen, weil kein Platz da ist.

Dabei fehlt es der Region nicht an Brachen, die etwa die Montanindustrie hinterlässt und künftig auch die Stromerzeuger, wenn sie ihre Kohlekraftwerke abschalten müssen. Es ist schlichtweg kostspielig, diese Flächen von Altlasten zu befreien, an das Straßennetz anzuschließen und sie somit hübsch für ansiedlungswillige Firmen zu machen.

Wenn die Verursacher von Bodenverunreinigungen schon nicht zur Verantwortung gezogen werden können, muss Politik in Vorleistung treten und die Ertüchtigung der Flächen finanziell fördern. Am Ende dürften sich diese Subventionen eher rechnen als die Finanzierung von Arbeitslosigkeit und Löcher im Steuersäckel, die abwandernde Firmen hinterlassen.

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