Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Glaube muss privat bleiben - Kommentar von Lutz Heuken zum Kopftuch

Essen (ots) - Manchmal fühlt man sich in dieser ansonsten so kirchen- und religionsfernen Zeit um Jahrhunderte zurückgeworfen. Um den rechten Glauben, so scheint es, herrschen wieder tiefe Konflikte. Zu einem Symbol in diesem Streit ist das Kopftuch der Muslima geworden.

Scharfmacher auf beiden Seiten haben ganz offensichtlich Interesse daran, diesen Konflikt auf die Spitze zu treiben. Rechtskonservative Kreise wollen das Kopftuch weitgehend aus dem öffentlichen Raum verbannen, konservativ-islamische Kreise setzen Frauen unter Druck, dieses Zeichen des strengen Glaubens möglichst überall öffentlich zur Schau zu tragen.

Wenn diese beiden Welten aufeinanderprallen, sind Konflikte programmiert. Am Arbeitsplatz aber hat solch religiöser Eifer keinen Platz. Im Alltag sollten weder muslimisches Kopftuch noch christliches Kreuz noch jüdische Kippa für die Kollegen ein Problem sein - und sie sind es auch nicht, wie unzählige Beispiele belegen. Dass Arbeitgeber in echten Konfliktfällen durchgreifen dürfen, ist bei aller gelebten Toleranz allerdings zu begrüßen. Der Glaube ist Privatsache und sollte es auch dringend bleiben.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de



Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: