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WAZ: Eine neue Dimension - Kommentar von Tobias Blasius zu den Vorgängen in Köln

Essen (ots) - Nach und nach nimmt die Aufarbeitung der Horror-Silvesternacht von Köln auch das Führungsverständnis des Polizeipräsidenten Wolfgang Albers in den Blick und beleuchtet gleichzeitig die Rolle von Innenminister Ralf Jäger, seines Dienstherrn, Parteifreundes und Förderers.

Vermutlich konnte tatsächlich niemand voraussehen, dass sich ausgerechnet im Lichtermeer des Jahreswechsels ein Touristen-Tummelplatz in Dom-Nähe zur "No-Go-Area" wandeln würde. Die taktischen Vorhaltungen vieler Besserwisser an die örtliche Polizei, die so verzweifelt wie selten die eigene Ohnmacht gegenüber dem Mob eingeräumt hat, wirken deshalb selbstgerecht.

Diese Feststellung entlässt Albers wie Jäger jedoch keineswegs aus ihrer politischen Verantwortung für die Sicherheitslage in Nordrhein-Westfalens einziger Millionenstadt. Nach der Kölner Chaos-Nacht, die zunächst noch als entspannter Silvesterabend amtlich verkleistert wurde, gehört im NRW-Sicherheitsapparat jeder Stein umgedreht.

Betroffenheitsbekundungen ersetzen kein Handeln. Es darf einfach nicht sein, dass Hunderte Frauen bedrängt, begrapscht und bedroht werden können, für dieses Versagen des Rechtsstaates auf der Führungsebene aber niemand gerade stehen will. Mindestens Albers, der schon bei den Hogesa-Krawallen überfordert wirkte, muss gehen.

Wenn sich bewahrheiten sollte, dass unter den Tätern auch Flüchtlinge waren und dies bewusst vertuscht werden sollte, bekäme der Skandal noch eine ganz andere Dimension.

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