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WAZ: Gewinner werden zu Verlierern - Kommentar von Michael Kohlstadt zu Pensionslasten

Essen (ots) - Über die Verwerfungen auf dem deutschen Geldmarkt infolge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank haben wir schon mehrfach berichtet. Wie so oft in solchen Fällen gibt es Gewinner und Verlierer.

Das Problem: Wer am Ende Gewinner ist und wer Verlierer, lässt sich heute nicht mit Sicherheit sagen. Häuslebauer klatschen aktuell angesichts der historisch billigen Baudarlehen in die Hände. Doch was machen sie, wenn sich ihre monatliche Rückzahlungsrate plötzlich verdoppelt, etwa dann, wenn die Zinsen nach Ablauf der Bindung in zehn Jahren nicht mehr bei zwei, sondern bei vier Prozent liegen?

Und wer denkt noch an seinen günstigen Autokredit von heute, wenn er seinen Job verliert, weil das eigene Unternehmen unter der Last der Pensionsrückstellungen zusammenbricht und Insolvenz anmelden muss? Schwarzmalerei? Nicht unbedingt.

Es muss ja nicht gleich so schlimm kommen, wie bei Fleischmann. 33 Angestellte mussten zuletzt bei dem Modelleisenbahnhersteller die Pensionen von mehr als 600 früheren Mitarbeitern erwirtschaften. Kein Wunder, dass der Traditionsbetrieb schnell am Ende war.

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