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WAZ: Mehr Mut zur Offenheit - Kommentar von Michael Kohlstadt zu IHK-Chefgehältern

Essen (ots) - Über die Höhe ihres Gehalts schweigen sich die Deutschen gerne aus. Dabei gilt ein ungeschriebenes Gesetz: Je höher der Verdienst, desto größer das Tabu, darüber zu reden. Warum aber nicht das Gehalt eines IHK-Bosses nennen, wenn doch die Bezüge von Lehrern, Lokführern oder Lackierern in entsprechenden Tarifwerken jedermann zugänglich sind?

Ein Transparenzgebot sollte vor allem da gelten, wo das Geld anderer Leute ins Spiel kommt. Das ist bei den IHKs der Fall, die sich ja aus der (Zwangs-)Mitgliedschaft der Betriebe vor Ort finanzieren.

Nicht von ungefähr hatte die NRW-Landesregierung vor wenigen Jahren den Sparkassen-Bossen im Land auferlegt, ihre Bezahlung preiszugeben. Andere kommunale Unternehmen - Stadtwerke, Verkehrsbetriebe - zogen freiwillig nach.

Auch die Kammern, obwohl als Selbstverwaltungsorganisation der Wirtschaft nicht vom NRW-Transparenzgesetz betroffen, sind von Staats wegen unterwegs, etwa in der Berufsbildung. Wie wär's also mit ein bisschen mehr Mut zur Offenheit?

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