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WAZ: Ungewöhnliche Rettungsaktion. Kommentar von Ulf Meinke zu Karstadt

Essen (ots) - Der Essener Warenhauskonzern Karstadt erhält Hilfe aus Mönchengladbach. Die Stadt springt ein, um die Schließung einer Filiale im Ortsteil Rheydt zu verhindern. Die Kaufhaus-Immobilie wechselt in kommunalen Besitz, wird mit freundlicher Unterstützung der Stadt aufgemöbelt - und im Gegenzug verzichtet Karstadt auf den geplanten Rückzug. Es ist eine ungewöhnliche Rettungsaktion: Eine Stadt will Karstadt auf die Sprünge helfen. Dass eine Kommune direkt eingreift, um die Verödung der Innenstadt zu verhindern, verdient Respekt. Es wird beherzt gehandelt. Das Beispiel belegt, dass Kommunen alles andere als ohnmächtig sind, wenn es um die Stadtentwicklung geht. Eine Patentlösung für Deutschlands Innenstädte bietet das Mönchengladbach-Modell aber nicht. Letztlich ist es nichts anderes als eine versteckte Subvention, wenn eine Kommune in dieser Form für ein Unternehmen aktiv wird. Am besten wäre es, Anlässe für solche Rettungsaktionen zu vermeiden. Dazu können auch die Kommunen beitragen, indem sie für attraktive Innenstädte sorgen. Das hilft übrigens nicht nur Karstadt, sondern allen Einzelhändlern vor Ort.

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