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WAZ: Ein fatales Signal an die Jugend - Kommentar von Michael Kohlstadt zu Siemens

Essen (ots) - Siemens-Chef Joe Kaeser ist ein Mann der Zahlen. Sieben Jahre lang war der bodenständige Bayer Finanzvorstand des Münchner Weltkonzerns. Der schreibt gerade keine Erfolgsstory, liegt im Ergebnis hinter den Erwartungen der Kapitalmärkte, verdient allerdings dennoch ordentlich Geld. Kaeser folgt also der kühlen Logik von Finanzinvestoren, wenn er, wie neulich geschehen, den geplanten Personalabbau im angeschlagenen Großturbinengeschäft für alternativlos erklärt.

Doch auch ein Zahlenmann muss erkennen, dass eine motivierte, gut ausgebildete Mannschaft Gold wert ist im globalen Wettbewerb, in dem deutsche Ingenieurs- und Fertigungskunst immer noch ein Qualitätsausweis ist. Das wissen Mitarbeiter und Betriebsräte nur zu gut.

Die Kundgebung gestern war eine Demonstration des Selbstbewusstseins einer Belegschaft, die weiß, was sie kann - und die im Kampfgeist ungewohnte Schlagkraft entwickeln könnte. Viele junge Siemensianer waren in Duisburg dabei. Welche Botschaft hat Kaeser für sie? Dass er sie in seiner Siemens-Zukunft nicht braucht? Das wäre ein fatales Signal. Für das Unternehmen und für den Standort Deutschland.

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