Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Für ein Sterben in Würde - Kommentar von Julia Emmrich zur Palliativmedizin

Essen (ots) - Hochdosierte Schmerzmittel und intensive Zuwendung: Experten schätzen, dass zwei von drei Schwerstkranken professionelle Sterbebegleitung benötigen. Deutschland ist davon noch weit entfernt. Doch das Land hat sich auf den Weg gemacht. Das Lebensende von Schwerstkranken, mit seinem Leid und seinen Wünschen - es ist nicht mehr nur Privatsache oder bloße Abrechnungsziffer der Apparatemedizin. Es ist zur gesellschaftlichen Aufgabe geworden: Wie kann würdiges Sterben gelingen?

Es gibt viele gute Ansätze. Ein Beispiel: Wer heute Arzt werden will, muss Sterbende versorgen können. Seit sechs Jahren ist die Palliativmedizin Pflichtfach in der ärztlichen Ausbildung - der Palliativmediziner ist in einer Gesellschaft mit vielen hochbetagten, mehrfach kranken Menschen der Arzt der Stunde. Oder: Seit Anfang des Jahres haben berufstätige Angehörige einen Rechtsanspruch auf Sterbebegleitung. Wer einen Angehörigen am Lebensende nicht allein lassen will, kann sich dafür bis zu drei Monate lang eine Auszeit vom Job nehmen.

Oder: Die Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung mit rund 200 Millionen Euro aus Kassengeldern. Das ist nicht viel - und die Gefahr ist groß, dass die Betroffenen wenig davon spüren. Doch die Botschaft ist wichtig: Professionelle Sterbebegleitung ist kein Zufall, sondern Kassenleistung.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de
Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: