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WAZ: Finger weg vom Börsengang. Kommentar von Wolfgang Mulke zur Bahn

Essen (ots) - Verspätungen bei der Bahn sind für die Fahrgäste immer ärgerlich. Doch der neue Unpünktlichkeitsrekord ist nicht so spektakulär wie er erscheint. Etliche Naturereignisse wie das Elbehochwasser im vergangenen Jahr haben für Verwerfungen im Fahrplan gesorgt. Natürlich kommt ein alter Witz angesichts der Zahlen nach wie vor gut an: Die Bahn hat vier Probleme, Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Aus der Statistik ablesbar ist aber ein anderes Ergebnis: Bis zum Termin des geplanten Börsengangs ging es mit der Verspätung klar nach oben. Danach fuhren die Züge wieder pünktlicher, bis besagte Naturereignisse oder Streiks die Bilanz wieder verschlechterten. Für den Kapitalmarkt wurde auf Verschleiß gefahren, damit die Braut möglichst hübsch aussieht. Ohne diesen Zwang wird mehr für die Zuverlässigkeit getan. Mittlerweile wird vereinzelt wieder von einer Teilprivatisierung gesprochen, Milliardenerlöse winken. Die Verspätungsstatistik zeigt, dass die Kunden von einem Börsengang nichts Positives erwarten können. Es wäre besser, davon endgültig die Finger zu lassen.

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