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WAZ: Das Aufopfern reicht nicht. Kommentar von Petra Koruhn

Essen (ots) - Wer seine alte Mutter oder den Vater im Krankenhaus besucht, wird nicht immer mit gutem Gefühl nach Hause gehen. Gibt es Hilfe beim Essen? Kümmert sich einer, wenn wieder diese Unruhe kommt? Angehörige kennen solche Fragen. Sie sind quälend. Denn im Krankenhaus kann auf das, was der alte Mensch braucht, oft keine Rücksicht genommen werden. Auf der Chirurgie liegt der Achtzigjährige neben dem Dreißigjährigen, beide mit Hüftbruch. Dass der Achtzigjährige nebenbei noch dement ist - das wird in der Regel einfach übergangen. Wer keine Angehörigen hat, die sich kümmern, ist häufig aufgeschmissen. Das ist kein Vorwurf ans Personal. Im Gegenteil: Die allermeisten Angehörigen erleben, wie sich die Pflegekräfte aufopfern und an die Grenze ihrer Kräfte gehen. Doch was sie auch tun, es ist zu wenig: Demente Patienten brauchen ständige Betreuung. Auch und vor allem nachts. Diese Erkenntnis nicht neu. Seit einer gefühlten Ewigkeit ist die Rede von den neuen Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft. Es fehlt an Personal. Ja, aber auch an Ideen. Manchmal reicht es schon, wenn der Geriater hinzugezogen wird. Das Schlimme ist auch: Es denkt kaum einer daran.

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