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WAZ: Der Dreh am ganz großen Rad. Kommentar von Michael Kohlstadt

Essen (ots) - Sechs Revier-Stadtwerke sind seit gestern Alleineigentümer des fünftgrößten deutschen Stromkonzerns. Essen und Bochum, Dortmund und Dinslaken, Oberhausen und Duisburg drehen plötzlich am ganz großen Energie-Rad. Sie halten nun überwiegend auf Pump finanzierte Anteile an einem weltumspannenden Kraftwerkspark, der sich vom Ruhrgebiet bis auf die Philippinen erstreckt, unter anderem ein Kraftwerk im türkischen Iskenderun nahe der syrischen Grenze betreibt und im sonnigen Andalusien auf einen an sich fortschrittlichen Solarpark hohe zweistellige Millionenbeträge abschreiben muss, weil der spanische Staat sich aus der Förderung zurückzieht. Mittelbar ist somit jeder Bürger der beteiligten Städte unversehens Mitbesitzer eines internationalen Konzerns, der in einer Branche aktiv ist, die unter Druck steht wie keine andere. Da darf man wohl mal schlucken. Dass ausgerechnet die finanziell schwachen Revier-Kommunen zur Steag greifen, macht die Sache noch angreifbarer. Kein Wunder also, dass die Kritik nicht verstummt. Selbst die Kommunalaufsicht scheint zu zögern. Sie muss prüfen, ob das Risiko der Kommunen nicht zu hoch ist. Der Entscheid lässt auf sich warten. Seit Wochen soll die Genehmigung der ersten Tranche unterschriftsreif auf dem Schreibtisch der Düsseldorfer Regierungspräsidentin liegen.

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