Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Trauerspiel rund um Karstadt - Kommentar von Ulf Meinke

Essen (ots) - Die Hoffnungen waren groß, als Nicolas Berggruen Karstadt übernahm. Als Kultmarke hat er Karstadt bezeichnet - und als ein Juwel, das poliert werden kann. Von Stellenabbau, Gehaltseinbußen oder Filialschließungen war keine Rede, als der Multimillionär die Rolle des Karstadt-Retters spielte.

Doch wer gehofft hatte, mit Berggruen würde alles gut beim krisengeplagten Warenhauskonzern, ist bitter enttäuscht worden. Der Traum vom noblen Finanzinvestor ist geplatzt. Es wirkt, als wolle Berggruen Karstadt lieber heute als morgen wieder loswerden - und aus der Verantwortung für seine Mitarbeiter und die Entwicklung vieler deutscher Innenstädte fliehen.

Die Rolle des Retters ist heute nicht mehr zu vergeben, Sanierer werden gesucht. Doch weder der Karstadt-Konkurrent Kaufhof noch der Immobilien-Investor René Benko, der schon das KaDeWe und die Sportfilialen von Karstadt übernommen hat, wollen Berggruen diese undankbare Aufgabe abnehmen.

Für einen symbolischen Euro könnte Benko Karstadt kaufen. Ein Kunde im Warenhaus bekommt für einen solchen Preis nicht einmal ein Paar Socken. Karstadt wird verramscht, ein Teil der Filialen abgewickelt. Es ist ein Trauerspiel.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: