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WAZ: Gehaltsschere geht weiter auseinander - Kommentar von Rolf Obertreis

Essen (ots) - Im vergangenen Jahr sind die Vorstandsgehälter der 30 größten deutschen börsennotierten Konzerne im Schnitt um vier Prozent, die Fixgehälter sogar um sieben Prozent gestiegen, während sich Otto Normalverbraucher mit einem Gehaltsplus von 1,4 Prozent begnügen musste. Klar, die Damen und Herren ganz oben tragen mehr Verantwortung. Aber es ging mit den Gehältern hoch, obwohl Gewinne und Umsätze gesunken sind. Sollte nicht gerade an der Konzernspitze die Leistung zählen? Alle freiwilligen Regelungen und Gesetze, genau dies zu erreichen, nutzen offenbar wenig.

So können sich die (angestellten) Herren und wenigen Damen in den Vorstandsetagen freuen, dass sie 53-mal so viel verdient haben, wie ein Mitarbeiter in ihrem Haus im Schnitt auf seinem Konto finden konnte. Die Schere geht immer weiter auseinander. Winterkorn, Zetsche, Jain, Fitschen und Co. müssen sich nicht wundern, wenn ihr Image im Land nicht das Beste ist. Nicht wenige Top-Manager schimpfen auch gerne auf Beamte - Stichwort Altersversorgung.

Vorstände zahlen aber keinen Cent dafür und kassieren doch im Ruhestand pro Jahr im Schnitt 660.000 Euro, manche sogar 1,3 Millionen. Wobei sie sich schon mit 62 aufs Altenteil zurückziehen können - und auf den Golfplatz.

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