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WAZ: Märkte und markige Worte - Kommentar von Tobias Blasius

Essen (ots) - Es ist ein Ärgernis für manche Einzelhändler in NRW, dass sie nur noch an wenigen Sonn- und Feiertagen im Jahr die Ladentüre öffnen dürfen, während die Billig-Konkurrenz auf den Trödelmärkten allwöchentlich zum Palettenverkauf ruft. Es bleibt ja auch eine Ungleichbehandlung der lokalen Kaufleute, die um die darbenden Fußgängerzonen der Innenstädte kämpfen, wenn die fliegenden Händler auf den Großparkplätzen nicht unter das Ladenöffnungsgesetz fallen.

Beim Versuch, diese Regelungslücke zu schließen, scheint sich NRW-Wirtschaftsminister Duin jedoch zu verheben. Seit Monaten prüft seine Ministerialbürokratie ergebnislos. Der Neuwarenverkauf auf dem Trödel lässt sich offenbar nicht rechtssicher verbieten, ohne Brauchtumsveranstaltung, Kirmes und Weihnachtsmarkt gleich mit abzuschaffen. Zumal die Grünen, sonst als "Verbotspartei" beschimpft, diesmal den Regelungsbedarf für nicht allzu dringlich halten.

All das hätte die rot-grüne Landesregierung besser geprüft, bevor die markige Ankündigung eines "NRW-Marktgesetzes" in der Welt war.

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