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WAZ: Allein, aber nicht einsam - Kommentar von Christopher Onkelbach

Essen (ots) - Single zu sein, ist - zumindest in Großstädten - beinahe schon die normale Lebensform. Es ist das Ergebnis einer Individualisierung, die die Soziologie seit langem beobachtet. Liebe, Heirat, Familie, Kinder, Beruf - die traditionellen Lebensverläufe lösen sich auf. Es wird immer schwieriger, die Anforderungen von Beruf und Familie zu vereinbaren, sicher einer der Hauptgründe dafür, dass immer mehr jüngere Menschen Singles sind. Die andere Gruppe sind ältere Alleinlebende. Die meisten von ihnen möchten in den eigenen vier Wänden alt werden. Der verständliche Wunsch stellt die Gesellschaft vor die Aufgabe, die Pflege dieser Senioren menschenwürdig zu gestalten und die Wohnungen entsprechend umzubauen.

Doch das Single-Dasein bedeutet nicht unbedingt Einsamkeit. Sicherlich leiden viele darunter, doch manche wählen die Lebensform ganz bewusst. In Städten ist man dauernd von Menschen umgeben, die Karriere erfordert Kraft, SMS, E-Mails und Facebook lassen uns ständig mittendrin sein. Das mag das Bedürfnis nach Rückzugsräumen bestärken. Studien zeigen, dass Singles gerne ausgehen, Angehörige und Freunde besuchen, sich ehrenamtlich engagieren. Allein, ja. Aber nicht unbedingt einsam.

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