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WAZ: Ein Kampf der Interessen. Kommentar von Christopher Onkelbach

Essen (ots) - Die Erde erwärmt sich, das Klima verändert sich. Man mag über Ursachen und Verursacher streiten, doch unter den Ländern der Vereinten Nationen ist unstrittig, dass etwas passieren muss. Aber was? Um die nötigen Maßnahmen tobt ein vielfacher Kampf: Nord gegen Süd, Reich gegen Arm, Industrienationen gegen Entwicklungsländer, Industrie gegen Umweltschützer. Bei Lichte besehen aber ist es ein Kampf der Gegenwart gegen die Zukunft. Der Klimawandel ist ein langsamer, kaum spürbarer Prozess. Die Industrie denkt in Jahresbilanzen, die Politik in Legislaturperioden, die Menschen in Jahreszeiten. Worüber die Forscher reden, das umfasst indes Jahrhunderte. Wozu also jetzt die Welt retten? Die Einsicht hat sich bislang nicht durchgesetzt, dass wir heute die Verantwortung übernehmen müssen für die Lebensbedingungen der Zukunft. Denn die Treibhausgase, die wir heute in die Luft blasen, werden den Klimawandel noch viele Jahrzehnte befeuern. Experten sprechen von einem Entscheidungsfenster von vielleicht noch zehn bis 20 Jahren. In dieser Zeit legen wir fest, unter welchen Bedingungen nachfolgende Generationen leben sollen. Es eilt also. Schaut man indes auf das weltweite Vorzeigeprojekt der deutschen Energiewende, darf man pessimistisch werden. Es tobt ein Kampf der Interessen, der das ganze Projekt gefährdet. Und im Lärm des Lobbyisten-Streits gerät wieder eines aus dem Blick: die Zukunft.

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