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WAZ: Benachteiligte Alleinerziehende - Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

Essen (ots) - Wenn die Ehe scheitert oder gar nicht erst zustande gekommen ist, sind vor allem Mütter mit Beruf und Kindern völlig auf sich gestellt. Ein Vollzeit-Job ist unter diesen Bedingungen schwer durchzuhalten, denn gerade wenn mehrere Kinder im Haushalt leben, ist immer mal jemand krank, hat Schulprobleme, macht Unsinn. Trotz Ganztagsschule bleibt oft nur die Reduzierung der Arbeitszeit - doch die kann schnell in die Armut führen. Ex-Partner, die nicht helfen und/oder ihren Unterhaltspflichten nachkommen, beschleunigen den sozialen Abstieg ihrer Kinder.

Viele Alleinerziehende sind aber nicht nur sozial isoliert. Auch der Staat berücksichtigt im Steuersystem zu wenig, welche Lasten sie tragen. So wird der Vollzeit arbeitende Alleinverdiener, dessen Ehefrau sich um die Kinder kümmert und ihm Raum gibt für die berufliche Entwicklung, mit dem Ehegattensplitting deutlich entlastet. Ein Splitting für Alleinerziehende aber gibt es nicht. Es ist ein alter Spruch der Sozialdemokraten: Familie ist dort, wo Kinder sind. In diesem Sinne werden Alleinerziehende und ihre Kinder schlicht benachteiligt. Da hat die Große Koalition tatsächlich einiges zu tun.

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