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WAZ: Mailregeln gehören in die Betriebe. Kommentar von Frank Meßing

Essen (ots) - Wenn die IG Metall ein Recht auf Nichterreichbarkeit einfordert, spricht sie sicherlich vielen Arbeitnehmern aus dem Herzen, die in ihrer E-Mail-Flut zu ersticken drohen. Der Ruf nach dem Gesetzgeber allerdings führt in die Irre. Es ist schlecht vorstellbar, dass ein Gesetz regeln soll, welche Rechte und Pflichten Beschäftigte in ihrer Freizeit haben. Die wachsende Zahl von Unternehmen, die eigene Regeln aufstellen, zeigt, dass das Thema in der Wirtschaftsrealität angekommen ist. Genau dort, an die Basis, gehört es auch hin. Der Personalchef von Evonik hat recht, wenn er dafür plädiert, dass am besten jede Abteilung für sich einen Modus findet, wie mit Nachrichten und Anrufen nach Feierabend zu verfahren ist. Individuelle Lösungen sind immer besser als von oben verordnete. Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger schaltet sein Handy am Wochenende auch mal ab. Er ist ein gutes Vorbild. Denn das gehört auch zur Wahrheit: Das Smartphone verleitet einfach dazu, die Dienstmails in der Freizeit zu checken, obwohl es gar nicht nötig wäre. Diese Mechanismen finden im Kopf statt. Sie kann kein Gesetz stoppen.

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