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WAZ: Eine Frage der Förderung. Kommentar von Christopher Onkelbach

Essen (ots) - Die Zahl klingt erstaunlich: Jedes dritte Kind im Ruhrgebiet unterhält sich mit seinen Eltern nicht auf Deutsch. Doch das besagt zunächst wenig. Wenn eine deutsche Familie, sagen wir, nach Italien umzieht, in welcher Sprache wird sich dann wohl am Esstisch unterhalten? Eben: Deutsch. Problematisch wird es erst, wenn es dabei bleibt, wenn die zweite Sprache nicht rasch und gut gelernt wird. Viele Eltern aber sind damit überfordert. Sollen sie mit ihren Kindern zu Hause Deutsch reden, wenn sie es selbst nicht perfekt beherrschen? Das ist abwegig. Daher haben Erzieher und Lehrer eine wachsende Verantwortung für die Sprachentwicklung der Kinder, sie entscheidet über den Bildungserfolg. Gerade im Ruhrgebiet mit seinem hohen Anteil an Zugewanderten wurde das verstanden, leisten Kitas und Schulen vielerorts gute Arbeit. Nachholbedarf haben da eher die ländlichen Gebiete. Wenn trotz eines geringeren Anteils an Ausländern die Quote der Migranten-Kinder, die auf Förderschulen geschickt werden, höher ist als in den Städten, dann deutet dies auf eine latente Benachteiligung hin. Im Sinne der Kinder ist das sicher nicht.

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