WAZ: Grenzen des Sprachverfalls. Kommentar von Jens Dirksen

Essen (ots) - Die bekennende SMS-Süchtige Angela Merkel hat noch keine erkennbaren Sprachverfalls-Symptome entwickelt. Weder in Regierungserklärungen noch in Gipfelkommuniqués oder Parteitagsreden. Ja, die richtigen Worte zu finden, sie korrekt hintereinanderzusetzen und dann auch so zu schreiben wie das Wörterbuch, fällt jungen Menschen heute schwerer denn je. Aber die Ursache dafür in den Kurznachrichten der Smartphone-Welt zu sehen, wäre ein Kurzschluss. Ein Deutschunterricht, der zu wenig Deutschkenntnis vermittelt, die dubiosen Sprach-Vorbilder der Privatsender - der Ursachen sind viele. Als Gruppe haben sich Jugendliche stets mit einer eigenen Sprache von Älteren abgegrenzt. Mit denen sprechen sie anders. Am Ende sind es also die Eltern, die Schulen, sind wir es, die an den Standards einer Hochsprache festhalten müssen. Dann wird es die Jugend auch tun. Spätestens, wenn sie erwachsen ist.

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