Alle Storys
Folgen
Keine Story von Westdeutsche Allgemeine Zeitung mehr verpassen.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: In der Union wächst der Widerstand gegen Absenkung des Rentenbeitrags

Essen (ots)

In der Union wächst der Druck auf die Bundesregierung, die gesetzlich vorgeschriebene Senkung des Rentenbeitragssatzes im kommenden Jahr zu stoppen. Der Chef des CDU-Sozialflügels CDA, Karl-Josef Laumann, sagte den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Freitag): "Wir sollten den Beitrag bei 19,6 Prozent lassen, damit hätten wir mindestens zehn Jahre garantierte Beitragsstabilität." Es sei in Zeiten der Finanzkrise viel wert, wenn wenigstens ein Sozialsystem stabil und verlässlich aufgestellt sei. Der saarländische Sozialminister Andreas Storm (CDU) sagte den Zeitungen: "Es wäre absurd, den Rentenbeitrag jetzt massiv abzusenken, wenn absehbar ist, dass er schon mittelfristig deutlich ansteigen wird." Es sei sinnvoller, den Beitrag stabil zu halten und einen Puffer anzulegen. Storm verwies auf eine Emnid-Umfrage im Auftrag seines Hauses, nach der sich 83 Prozent der Bundesbürger gegen eine Beitragssenkung aussprechen. Um die Absenkung zu verhindern, behielt sich Storm eine Bundesratsinitiative des Saarlands nach der Sommerpause vor, um etwa die Mindestreserve der Rentenkasse zu erhöhen - er warb aber zunächst für einen breiten Konsens und einen "gemeinsamen Weg mit Regierung und Koalition". Der Rentenexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Peter Weiß, plädierte gegenüber den Zeitungen dafür, die Mindestreserve der Rentenkasse wieder auf drei Monatsausgaben zu verdoppeln und damit den Beitrag stabil zu halten. Gegen eine Beitragssenkung sprechen sich dem Bericht zufolge auch die Vorsitzenden von Junge Union und der Senioren-Union, Philipp Mißfelder und Otto Wulff, aus.

Laut Gesetz muss der Beitragssatz gesenkt werden, sobald die Reserven das Anderthalbfache eine Monatsausgabe übersteigen; nach aktuellen Schätzungen werden die Beiträge daher 2013 auf 19 Prozent gesenkt. Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU) hatte erklärt, sie halte an der Beitragssenkung fest; auch die FDP beharrt darauf. SPD, Gewerkschaften und Sozialverbände fordern dagegen den Verzicht auf die Entlastung, um Reserven in der Rentenkasse aufzubauen.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Weitere Storys: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
  • 02.08.2012 – 19:44

    WAZ: Politik ist gefragt. Kommentar von Sabine Brendel

    Essen (ots) - Sollen die Investoren an den Finanzmärkten doch enttäuscht sein! Die Bürger können jedenfalls aufatmen. Schließlich hat die Europäische Zentralbank (EZB) deutlich gemacht, wer die Euro-Krise vorrangig lösen muss: die Politiker. Die EZB hat bereits einiges getan, um den Politikern aller Euro-Staaten Zeit im Kampf gegen die Schulden- und Vertrauenskrise zu verschaffen. Die Währungshüter pumpten die ...

  • 02.08.2012 – 19:21

    WAZ: Über Helmut Schmidts Glück. Leitartikel von Ulrich Reitz

    Essen (ots) - Was ist das Einzigartige an Helmut Schmidt? Es ist der Respekt, die Sympathie, die Verehrung, je nachdem, den die Deutschen diesem Altkanzler entgegenbringen. Sehr viele Menschen geben sogar an, Schmidt sei ihr Vorbild. Sie meinen ganz offensichtlich nicht den Politiker, Altbundeskanzler oder Journalisten, sondern die Art, wie dieser uralte, weise, freche Mann augenzwinkernd mit seinem Rollstuhl durch sein ...

  • 02.08.2012 – 19:19

    WAZ: Arzt-Gespräch statt Sterbehilfe. Kommentar von Petra Koruhn

    Essen (ots) - Mitten im Leben beschleicht einen manchmal dieses Gefühl: Was ist, wenn man nun todkrank wäre? Im Kopfkino spielt sich blanker Horror ab. Sich der Krankheit zu stellen, ist das Mut? Oder ist es Mut zu sagen: Das will ich nicht. Ich will den Gift-Cocktail. Todespille, Todesspritze - das ist, egal, was nun verhandelt wird, nicht erlaubt. Ob das gut ist? ...