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WAZ: Die Bürokratie lebt. Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

Essen (ots) - Es ist gut gemeint und doch wieder eine Krücke. Das Bildungspaket ist das Ergebnis eines Bund-Länder-Kompromisses, erzwungen vom Bundesverfassungsgericht.

Dabei steht mit 642 Millionen Euro durchaus eine Menge Geld zur Verfügung. Doch aus Angst vor zu viel Staat mit flächendeckenden Ganztagsschulen und Förderprogrammen soll es nicht direkt in die Schulen fließen. Auf der anderen Seite ist die Sorge groß, arbeitslose Eltern könnten sich aus der Verantwortung stehlen, wenn ihre Kinder einfach so ein Mittagessen bekommen.

Völlig schmerzfrei sind die Verantwortlichen hingegen, wenn es um den Aufbau von teuren bürokratischen Strukturen geht. So kommt es, dass in vielen Kommunen Mitarbeiter von Jobcentern prüfen, ob ein Kind in der Schule essen darf - und das freilich nur, wenn ein entsprechender Antrag auch ordentlich ausgefüllt wurde.

Kein Wunder, dass es Hemmungen gibt, wenn Betroffene, deren Bedürftigkeit klar ist, sich vor Menschen rechtfertigen müssen, die von Bildung keine Ahnung haben.

Kein Wunder, wenn 2013 - dann soll das Paket auf den Prüfstand - Mittel gestrichen werden. Weil sie kaum jemand abruft.

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