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WAZ: Merkels Machtwörtchen. Kommentar von Ulf Meinke

Essen (ots) - Nun also doch: Kanzlerin Merkel mischt sich bei Hochtief ein. Ihre anfängliche Zurückhaltung hat die Regierungschefin abgelegt. Zwar treibt der spanische ACS-Konzern schon seit Wochen eine feindliche Übernahme voran, doch blieb die Position der Kanzlerin bislang unklar. Merkel ließ ihren Wirtschaftsminister Brüderle gewähren, der seinerseits den Eindruck erweckte, die Regierung wolle mit Hochtief nichts zu tun haben.

Wie es scheint, hat die Kanzlerin einige Tage gebraucht, um sich eine Meinung zu bilden. Dass Merkel und Brüderle in wirtschaftspolitischen Vorgängen unterschiedlicher Auffassung sind, wäre nicht das erste Mal.

Jedenfalls liegt der Fall Hochtief nun auch auf dem Tisch des Kanzleramts. Das Schicksal des bundesweit größten Baukonzerns wird zur Sache der Regierungschefin. Besser spät als nie. Denn Hochtief ist nicht Holzmann. Hier schreit kein Pleitekandidat nach Staatsknete. Stattdessen kämpft eine gesunde Firma um ihre Unabhängigkeit - und gegen eine mögliche Zerschlagung.

Im Übrigen: Ein Machtwort waren Merkels Bekundungen noch nicht. Eher schon ein Machtwörtchen.

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