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WAZ: Scheinschöne Statistik. Kommentar von Frank Meßing

Essen (ots) - Die Zahl der Arbeitslosen könnte schon bald unter drei Millionen sinken. Das ist eine gute Nachricht. Jetzt aber gleich den "goldenen Herbst" auszurufen, wie es Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) tut, ist definitiv zu früh. Zum Jahresende sagen Konjunkturforscher schon wieder ein gedrosseltes Wachstums-Tempo voraus. Das dürfte auch die Arbeitskräfte-Nachfrage bremsen.

Allein in NRW waren im September 50 500 Menschen in Wiedereinstiegs-Seminaren und weitere 42 500 in beruflichen Weiterbildungen untergebracht. Tendenz steigend. Diese Menschen tauchen nicht in der Arbeitslosen-Statistik auf. Ebenso die Kurzarbeiter, deren Zahl zwar schrumpft. Aber gerade erst verlängerte der Bundesrat die Regelungen. Ganz zu schweigen von Zeitarbeitsfirmen, die knapp 35 000 Jobs in NRW anboten.

Auch wenn parallel die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeit-Stellen wächst: Die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt ist in hohem Maße auch mit dem Wandel in der Arbeitswelt zu erklären. Befristete Verträge und Niedriglohnjobs schönen die Statistik, lösen aber langfristig nicht die Probleme des Arbeitsmarkts.

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