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WAZ: Streit um Behinderten-Beauftragten - Gut versorgt. Kommentar von Tobias Blasius

Essen (ots) - Ein gängiger Verwaltungsspott besagt, dass die Stelle, die sich politisch nicht gut begründen lässt, erst noch geschaffen werden muss. Ähnlich verhält es sich mit dem neuen hauptamtlichen Behindertenbeauftragten der rot-grünen Landesregierung, gegen dessen gewiss verdienstvolle Arbeit niemand etwas haben kann.

Was in der Vergangenheit ehrenamtlich für die 2,3 Millionen gehandicapten Menschen in Nordrhein-Westfalen geleistet wurde, lässt sich womöglich von einem Profi noch besser erledigen. Nur: Sind die Zeiten wirklich nach B4-Besoldung und Sekretariat?

Rot-Grün beruft sich zwar zu Recht darauf, dass man in der Summe genauso viele Minister, Staatssekretäre und Landesbeauftragte beschäftige wie die schwarz-gelbe Vorgängerregierung.

Gleichwohl macht es die Sache nicht besser, dass die einen wie die anderen den Bürgern im Land immerzu den Eindruck vermitteln, ausgeschiedene Landtagsabgeordnete würden auf Kosten des Steuerzahlers gut versorgt. Wo bleibt das Symbol des Sparwillens? Die öffentliche Rekordneuverschuldung von knapp neun Milliarden Euro schreit nach kreativeren Lösungen, als einfach das Wünschbare in den Stellenplan zu schreiben.

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