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WAZ: Weniger Volksmusik im Fernsehen - Die Schunkelflut - Kommentar von Frank Preuß

Essen (ots) - Heino hat ja schon einmal mit Revolte gedroht, als das ZDF die "Lustigen Musikanten" vor drei Jahren in den Ruhestand schickte. Einen Euro sollten die Gebührenzahler der GEZ doch einfach vorenthalten, empfahl der große Blonde mit der schwarzen Brille. Nun dreht das Zweite auch noch dem "Grand Prix der Volksmusik" den Saft ab. Es dürfte Beschwerden hageln. Der Sender will sich langsam von seinem Rentner-Image befreien, wohlwissend allerdings, dass gerade die 16- bis 60-Jährigen in der Regel am Samstagabend Besseres vorhaben, als sich dem Fernseher zu unterwerfen. Gleichwohl haben es auch die Daheimgebliebenen nicht verdient, parallel auf zwei gebührenfinanzierten Sendern in einer Schunkel- und Jodelflut zu ertrinken. Florian Silbereisen oder der dauerlächelnde Stehgeiger André Rieu - das kann nicht die Entscheidung sein. Die Öffentlich-Rechtlichen surfen allzu gern im Seichten. Dafür möchte man der GEZ gleich zwei Euro vorenthalten. Die Fangemeinde von Hansi Hinterseer und Co. muss sich ja auch ohne Grand Prix keine Sorgen machen, dass es an Volksmusik im Fernsehen mangelte. Im Ersten ist sie immer noch eine krisensichere Festung im Samstagabendprogramm. Das geht in Ordnung. Das sollte aber auch reichen.

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