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WAZ: Pöstchen für die Amtsmüden. Kommentar von Frank Lamers

Essen (ots) - Ein aggressiver Virus hat sich in Deutschland ausgebreitet. Selbst Bevölkerungsgruppen, die bisher als immun gegen die Gefährdung durch die Amtsmüdigkeit galten, sind nun betroffen. Der erste öffentlich gewordene Fall: Uli Hoeneß hatte das Pöstchen des Präsidenten der Deutschen Fußball-Liga noch gar nicht übernommen, und doch erwischte es ihn. Amtsmüdigkeit vor Amtsantritt.

Natürlich lässt sich darüber spekulieren, ob der Präsident des FC Bayern nach der Amtsmüdigkeitsandeutung durch Theo Zwanziger nicht ein anderes Amt anstreben könnte. Das des Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes. Hoeneß aber hat verkündet, seine Familie habe gegen eine Mehrbelastung votiert. Das sollte ein Engagement auf dem sturmumtosten höchsten Funktionärsgipfel ausschließen.

Sicher jedoch ist: nichts. Nimmt Zwanziger seinen Hut, muss der Haken neu besetzt werden. Mit wessen Kopfbedeckung, darüber entscheidet auch, zu welchem Ergebnis Bundestrainer Joachim Löw bei seiner Selbstdiagnose gelangen wird. Leidet er an Amtsmüdigkeit, schrumpfen die Wiederwahlchancen Zwanzigers ohnehin. Will er weitermachen und Zwanziger dennoch aufhören, müsste der Präsidentenamtsnachfolger mit Löw kompatibel sein.

Letzteres Szenario ist allerdings kaum zu erwarten. Wahrscheinlich ist momentan: Der Bundestrainer bleibt auf seiner Bank, der DFB-Chef in der DFB-Zentrale und Uli Hoeneß nicht allein zu Haus.

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