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WAZ: Still-Leben muss einmalig bleiben. Kommentar von Frank Preuß

Essen (ots) - Der Reflex ist unvermeidbar. Das Still-Leben auf der A 40, es war ein gewaltiger Erfolg, ein Fest mit Millionen Besuchern, von dem man sicher noch eine Weile schwärmt, dessen Bilder und Geschichten in Erinnerung bleiben - muss man das nicht wiederholen, weil's so schön war? Oder, noch mehr, es gar als regelmäßige Einrichtung im Eventkalender des Ruhrgebiets verankern?

Sicher ließe sich das mit erheblichen Anstrengungen wieder stemmen, und das Revier würde unter einer Wochenendsperrung der Autobahn einmal im Jahr oder alle zwei Jahre nicht kollabieren.

Aber der Reiz des Einmaligen ist unschlagbar. In der Wiederholung lauert die Gefahr der Routine, im Ritual geht der Zauber des Un-kalkulierbaren verloren. Lag nicht gerade eine Faszination der Aktion darin, dass man ihre Auswirkungen nicht vorhersagen, dass man nicht ahnen konnte, wie das alles überhaupt aussehen und funktionieren würde?

Das Still-Leben darf man nicht zur Kirmes herabwürdigen, es ist kein x-beliebiges Straßenfest, sondern es war ein besonderer Augenblick für das Ruhrgebiet. Die Verlockung aber ist riesig, und es wird nicht schwer sein, Sponsoren für ein nächstes Mal aufzutreiben. Wie so eine Veranstaltung dann aussieht, kann man sich denken.

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