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WAZ: Kluft zwischen Arm und Reich - Verunsicherte Mitte - Leitartikel von Christopher Onkelbach

Essen (ots) - Sinkt die Zahl der Beschäftigten, erhöht sich die Zahl der Menschen mit niedrigem Einkommen. Diese simple Gleichung ist ein Ergebnis der Wirtschaftskrise und der Bundesregierung allein kaum anzulasten. Sie hat sogar durch die Ausweitung der Kurzarbeit die Folgen erfolgreich begrenzt. Doch ganz so einfach kann die Antwort auf die DIW-Studie nicht ausfallen. Denn sie untersuchte die Entwicklung seit dem Jahr 2000, seither driften die Einkommen stetig auseinander - Folge der Arbeitsmarktpolitik, der Ausweitung des Niedriglohnsektors und der befristeten Beschäftigungsverhältnisse. Vor dem Hintergrund des verabredeten Sparpakets wird aus dem bekannten Trend eine politische Zeitbombe. Die Kürzungen werden die Kluft zwischen Arm und Reich vertiefen, da sie vor allem die Opfer der Krise betreffen, die finanziell Sorglosen aber verschont. Die traditionell politisch solide Mittelschicht verliert das Vertrauen in die Politik. Was wird sie gegen prekäre Arbeitsverhältnisse tun, was hat sie mit der jungen Generation vor? Denn sozialer Status und Bildungserfolg sind Geschwister. Auch hier droht die Gruppe der Abgehängten zu wachsen. So gefährdet die Politik nicht nur den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft, sondern zugleich deren Zukunft.

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