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WAZ: Papst bittet Opfer um Vergebung - Es war bitter nötig - Leitartikel von Angelika Wölk

Essen (ots) - Es war eine große Kulisse in Rom, und der Papst hat sie angemessen genutzt. Vor tausenden Priestern aus der ganzen Welt auf dem Petersplatz hat er ein von vielen Menschen lang ersehntes deutliches Wort zum Missbrauch durch katholische Geistliche endlich ausgesprochen. Sicherlich, er hat sich auch zuvor schon eindeutig zu den Verbrechen in den eigenen Reihen geäußert. Doch den Menschen, vor allem vielen Opfern, ging das nicht weit genug. Sie haben auf eines gewartet: auf eine Bitte um Vergebung. Benedikt hat sie gestern ausgesprochen. Sie kam spät, aber sie kam. Es war eine bitter notwendige Geste. Sie darf freilich nicht das Ende der Aufarbeitung sein. Doch sie wird den Opfern gut tun. Für sie ist die Anerkennung ihres Leids aus dem Mund des höchsten Repräsentanten einer Kirche, die ihr Leben so schwer belastet, vielleicht zerstört hat, von immenser Bedeutung. Von Bedeutung sind die klaren Worte auch innerkirchlich. In diesen Wochen haben sich hochrangige Vatikan-Kardinäle mit unerträglichen Bemerkungen über die Debatte um den Missbrauch geäußert - nach dem Motto: Die böse Welt, die Medien, wollen der Heiligen Kirche etwas anhängen. Auch ihnen hat der Papst in unmissverständlicher Weise geantwortet. Auch das war bitter nötig.

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