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WAZ: Dem Revier seine Stimme geben. Kommentar von Lars von der Gönna

Essen (ots) - Wenn das Ruhrgebiet, so seufzen seine Freunde seit Jahren, doch endlich einmal mit e i n e r Stimme sprechen würde. Das können wir auch heute, auch an diesem sonnigen Tag zwischen Duisburg und Dortmund, wieder mal nicht vermelden.

Und doch gibt es ein Zeichen von Harmonie und Einklang: Zehntausende gehen an diesem Wochenende in diesem Riesenreich ohne Zentrum auf die Straße - und singen. Heute Mittag gibt es sogar ein klingendes Bekenntnis zu den Tagen, an denen der Himmel hier alles andere als blau war. Um 12.10 Uhr singe überall, wer will und kann: "Glückauf, der Steiger kommt".

Etwas im Chor anzustimmen - siechende Gesangvereine wissen ein Lied davon zu singen - war in Deutschland lange kaum gesellschaftsfähig. Belächelt: diese untergehende Welt aus "Kein schöner Land" und volkstümelnden Klampfen.

Das hat sich geändert. Vitale Jugendchöre, feine A-Capella-Formationen, Gospel- und Jazz-Sänger haben eine Volkskunst neu definiert. Zum "Day of Song" singen sie auf Plätzen und Kanälen, vor Schloten und Kaufhäusern. 760 Chöre, 26 000 Stimmen, mindestens. Masse wird Musik, Kehlen statt Kohlen. Und das mit einem Instrument, für das man nicht mal "Jeki" braucht. Gibt's Gegenstimmen? Wohl doch nicht gegen eine Metropole, in der jeder den Mund aufmachen darf.

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