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WAZ: Zu schön, um wahr zu werden? Kommentar von Reinhard Schüssler

Essen (ots) - Respektiert und bewundert zu werden, ist eine Sache. Geliebt und verehrt zu werden, eine andere. Wer wüsste dies besser als der FC Bayern München?

Und weil sich der Rekordmeister zwar jede Menge Anerkennung durch Titel erwarb, aber - über seine eingeschworene, auf Erfolg fixierte Fangemeinde hinaus - nie die Herzen des ganzen Fußballvolks erobern konnte, hat das diesjährige Finale der Champions League eine so überragende Bedeutung für den Klub, der über Jahrzehnte eher für Berechnung als für Emotion und mehr für Kälte denn für Wärme stand.

Meister der Herzen, daran zweifelte bis vor wenigen Wochen niemand, kann jeder werden - nur eben nicht der FC Bayern. Zauberfußball zum Verlieben à la Robben und Ribéry, Spielfreude statt taktischem Kalkül haben zuletzt jedoch die Voraussetzungen für eine kaum für möglich gehaltene Wende erzwungen.

Intensiver als jeder andere Münchener lechzt Uli Hoeneß, der FC Bayern schlechthin, danach, mehr als bloß respektiert zu werden, Nie war die Chance dazu größer als vor dem Finale am Samstag. Gönnt doch - was im Falle einer Finalteilnahme des FC Barcelona anders gewesen wäre - kein wahrer Fußballfan den Maurermeistern aus Mailand den Titel. Und sichern die Bayern doch mit einem Erfolg nebenbei auch noch der Bundesliga den vierten Startplatz in der Champions League.

Aussichten, die schon wieder fast zu schön sind, um wahr zu werden ...

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