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WAZ: Schnitzel zum Zusammenmixen. Kommentar von Rolf Potthoff

Essen (ots) - Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Doch würde man ein Gericht verzehren mögen, von dem man weiß, dass es sich um einen Faserbrei handelt, der aus Fleischfetzen mittels eines Blutbestandteils zu einem festen Körper zusammengeklebt ist? Auch wenn er dann Schnitzel heißt?

Eben deshalb sei den Europa-Parlamentariern Dank, die der Anwendung des Enzyms Thrombin wie zuvor schon der Experten-besetzte Europa-Umweltausschuss einen Riegel vorschoben.

Mag ja sein, dass die Genugtuung über das Verbot reflexhaft und blauäugig wirkt. Denn es wird längst mit anderen Enzymen, Konservierungs-, Ersatzstoffen etc. zwar auf völlig legalem Weg, aber mehr oder weniger klar erkennbar an Lebensmitteln herummanipuliert.

Mag auch sein, dass derlei Kunstprodukte gesundheitlich unschädlich sind, dass sie nicht nur der Gewinnsucht der Branche entspringen, sondern einen Beitrag zur kostengünstigen Nahrungsmittelversorgung leisten. Echt-Fleisch ist teurer.

Aber es gilt dennoch, wie das Europa-Parlament Zeichen zu setzen: Man muss, man darf als Verbraucher nicht alles schlucken, was die raffinierte Nahrungsmittel-Chemie zusammenzumixen vermag. Solche Zeichen sind nötig, damit die Branche ihre Grenzen nicht ad infinitum ausdehnt.

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