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WAZ: Türkischstämmige und Integration - Es geht nicht voran - Leitartikel von Walter Bau

Essen (ots) - Es klingt wie eine Erfolgsmeldung: "Verbundenheit zu Deutschland wächst", titelt der NRW-Integrationsminister seine Pressemeldung zur Studie über die Situation der Türkischstämmigen an Rhein und Ruhr. Tatsächlich jedoch ist das Bild, das dort gezeichnet wird, düsterer. Wenn die Zahl derjenigen Türkischstämmigen, die mit der Rückkehr liebäugeln, seit zehn Jahren steigt und heute bei 35 Prozent liegt; wenn die Zahl der Einbürgerungen drastisch sinkt; wenn das Bildungsniveau in der jüngsten Generation kaum steigt - dann muss man zu dem ernüchternden Schluss kommen: Die Integration der Türkischstämmigen in NRW kommt nicht voran. Ein Hauptgrund: Viele Betroffene empfinden ihre soziale Situation hierzulande nicht eben als Erfolgsgeschichte: bei der Bildung abgehängt, schlechte Chancen am Arbeitsmarkt, kaum politische Teilhabe, gesellschaftlich oft nicht akzeptiert. Was sie brauchen, sind mehr und bessere Angebote zur Bildung und Qualifizierung. Bisherige Maßnahmen sind oft nicht passgenau oder nicht konsequent. Gleichzeitig müssen Türkischstämmige diese Angebote zielstrebiger wahrnehmen als dies bislang oft geschieht. Ansonsten ist die Zeit für wirkliche politische Erfolgsmeldungen noch lange nicht reif. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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