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WAZ: Finanzindustrie an die Kette legen - Ein Thema für Köhler - Leitartikel von Ulrich Reitz

Essen (ots) - Horst Köhler, lange weg, ist wieder da. Auf der Suche nach dem Thema seiner zweiten Amtszeit hat der liberale Bundespräsident erst einmal das Lieblingsprojekt der Liberalen beerdigt. Steuerreform? Geht nicht. Kein Geld. Außerdem wünscht er sich teureren Sprit, der Umwelt zuliebe. Schließlich findet das Staatsoberhaupt die Regierung nicht so doll. Das finden alle anderen auch, selbst die Regierung. Die zweite Amtszeit von Präsidenten ist schwierig, entweder ist alles Wichtige gesagt, oder man wird zu alt fürs Amt. Dabei gäbe es ein amtfüllendes Thema, das zu Köhler passt wie Döner zu uns Deutschen. Der Finanzfachmann Köhler sollte seine Amtsautorität nutzen und sich um die entfesselte Finanzindustrie kümmern. Denn der Mann tickt richtig. "Wir werden eine Ordnung der Freiheit nur bewahren können, wenn der Staat den Kampf gegen das große Geld aufnimmt - und gewinnt", sagt der Präsident. Es stimmt ja: Als Kontrolleur der Finanzmärkte war und ist der Staat gescheitert. Mehr als das: Staatsbanken haben mitgezockt. Dafür werden noch unsere Kinder zahlen, wenn nicht endlich die Verursacher haften. Die Bürger brauchen gegen Finanzhaie wie Staatsversager einen Anwalt. Davon ließe sich vier Jahre prächtig leben. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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