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WAZ: Solo für Rüttgers. Kommentar von Tobias Blasius

    Essen (ots) - In Wahlkampfzeiten bewegt sich Politik vornehmlich in den Sphären der Mathematik. In Tabellen und Diagrammen erscheint Nordrhein-Westfalen als ein Land, in dem vier Millionen potenzielle CDU-Wähler leben und sechs Millionen mögliche SPD-Anhänger.

    Vor fünf Jahren hat der heutige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers für die Christdemokraten 3,69 Millionen Stimmen geholt und damit fast alle errechneten Sympathisanten an die Urne treiben können. Es ging damals um die Abwahl von Rot-Grün und den Politikwechsel nach 39 Jahren. Diesmal stehen die Vorzeichen anders: Aus Berlin kommt beständiger Gegenwind für Schwarz-Gelb, und die Wirtschaftskrise drängt die landespolitische Bilanz in den Hintergrund.

    Die CDU tut deshalb gut daran, die Landtagswahl zur Personenwahl auszurufen und den Bekanntheitsvorsprung des Ministerpräsidenten gezielt über das eigene Lager hinaus einzusetzen. Rüttgers ist zwar kein Typ Menschenfischer wie der oft bemühte Johannes Rau; da Wähler aber ihr Sicherheitsbedürfnis erfahrungsgemäß auf den Amtsinhaber übertragen, soll er als ernster Mann für ernste Zeiten erscheinen.

    Ob sich die NRW-CDU damit bis zum 9. Mai wirklich von den Berliner Koalitionsquerelen emanzipieren kann, können nicht einmal Mathematiker errechnen.

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