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WAZ: Die Lehren aus dem Fall Datteln - Kommentar von Thomas Wels

Essen (ots) - Man muss dem Rat der Stadt Datteln zu seinem Mut gratulieren. Denn der neue Bebauungsplan wird sich nach dieser Vorgeschichte immer dem Makel stellen müssen, hier sei gezogen und gebogen worden, um eklatante Fehler nachträglich zu heilen. Ob diese Fehler tatsächlich heilbar sind, dürfte die Gerichte weiter beschäftigen. Dafür wird der BUND schon sorgen. Der Fall Datteln darf nicht folgenlos bleiben. Die Manager der großen Unternehmen müssen umdenken. Wer ein Großprojekt durchsetzen will, muss heutzutage mehr tun als die Bagger bestellen. Das mag mancher in der Chefetage bedauern, hilft aber auch nicht weiter. So viele Informationen wie möglich, Sensibilität und die Berücksichtigung der berechtigten Interessen der Anwohner - all das gehört fortan mit zur Investitionsplanung. Wenn über den Einzelfall hinaus eine mangelnde Akzeptanz der Industrie zu beklagen ist, dann muss die Industrie eben für die Akzeptanz kämpfen. Das ist neu und anders als vor 20 Jahren. Damals verdienten deutlich mehr Menschen als heute in Industriehallen ihr Brot. Der Wandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft sorgt für eine Entfremdung von Kraft- oder Stahlwerken. Die Arroganz der Mächtigen hat das ihrige beigetragen. Es ist nicht zu viel verlangt, dass künftig dieselbe Energie wie beim politischen Lobbying in das Erlangen von Vertrauen der Anwohner fließen muss. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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