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WAZ: Das Elend, das uns so nahe geht - Kommentar von Hayke Lanwert

Essen (ots) - Die Bilder liegen auf unseren Frühstückstischen, sie dringen abends via Fernseher in unsere Wohnzimmer. So fern ist das Elend und doch so nah. Wir sehen sie weinen und schreien, ihre Angehörigen aus dem Schutt ziehen, mit ihrem Schicksal hadern. Was ist die globale Wirtschaftskrise gegen diesen Kampf um Leben und Tod? Es ist ein Tsunami der anderen Art. Nicht so leicht nachvollziehbar, denn an diesen fernen Stränden hat zu Weihnachten schon so mancher von uns gelegen, das Elend von Haiti kennt man weniger. Aber es ist nicht minder berührend. Ein soziales Gewissen zu haben, dazu sind wir erzogen worden, über Generationen und Jahrhunderte. Weil nur das auch unser eigenes Überleben sichert. Die Kaufleute im Mittelalter, sie sorgten für ihre Mitarbeiter, für die Alten und die Kranken in der Stadt. Die christliche Religion nennt das Nächstenliebe. Dass wir also nicht hilflos zusehen mögen, ist verständlich. Warum also nicht ein Kind, eines wenigstens, herausholen aus dem Elend? Aber die Wirklichkeit ist anders. Die Wirklichkeit ist der Kulturschock für ein derart entwurzeltes Kind, ist die schwer zu klärende Frage, ob es nicht doch noch Eltern gibt, Verwandte und - nicht zuletzt - die lange Dauer von anerkannten Adoptions-Verfahren. Deshalb also: lieber spenden! Seriösen Organisationen das Geld geben, sie in die Lage versetzen zu helfen. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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