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WAZ: Das Pech eines ganz Großen. Kommentar von Frank Lamers

    Essen (ots) - Klaus Toppmöller war der Meister der Michael-Ballack-Verteidigungsrede. Die Augenlider tief gesenkt, holte der ehemalige Trainer von Bayer Leverkusen weit aus, wenn die Woge der Kritik seinen Spieler mal wieder zu erfassen drohte. Allgemeine Einführung: Michael Ballack kann alles. Nahtloser Übergang zur Darstellung der Qualitäten: Michael Ballack hat einen starken linken, er hat einen starken rechten Fuß, er ist stark in der Defensive, stark in der Offensive, er hat ein starkes Kopfballspiel, ist torgefährlich, verfügt über strategische Fähigkeiten, zeigt Präsenz.

    Mittlerweile ist Michael Ballack 33 Jahre alt. Er ist Kapitän der Nationalelf, und sein Vertrag beim englischen Großklub FC Chelsea wird um zwei Jahre ausgebaut werden. Einen wie Klaus Toppmöller, der jeder Woge der Kritik das Hohelied entgegen singt, benötigte er aber in Deutschland noch immer. Wo Ballack ist, da ist auch der Zweifel an Ballack. Früher wurde gemutmaßt: Er kann kein Großer werden. Heute: Er kann kein ganz Großer werden.

    Wahrscheinlich hat Michael Ballack einfach das Pech, dass es weitere ganz Große braucht mit denen man ganz große Titel gewinnen kann, um endlich als ganz besonders Großer anerkannt zu werden.

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