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WAZ: Lieber nackt als tot. Kommentar von Frank Stenglein

Essen (ots) - Wer oft auf Socken und mit gürtelloser Hose durch die Flughafen-Kontrolle tapsen muss, mag manches mal über die "übertriebene" Pingeligkeit der Sicherheitsleute geschimpft haben. Motto: Sehen die denn nicht, welch harmloser Zeitgenosse man ist? Jede Wette, dass die knapp dem Tod entronnenen Passagiere von Flug 253 nach Detroit nie mehr so denken. Sie werden nicht nur kalte Füße und rutschende Beinkleider gleichmütig ertragen, sondern im Sinne größerer Sicherheit sogar noch einiges mehr. Die Kontrollen mögen scharf wirken, sind aber offenbar weder gründlich noch intelligent genug, um raffinierten Attentätern beizukommen. Das ist die niederschmetternde Erkenntnis dieser Tage. Die Flughäfen können gar nicht anders als weiter aufzurüsten. Und wenn es eine Art "Nackt-Scanner" sein müsste, gilt es eben abzuwägen: Nehme ich für mehr Sicherheit eine Einschränkung meiner Persönlichkeitsrechte in Kauf? Man muss nicht allzu offenherzig sein, um diese Frage zu bejahen. Ein einzelner Sicherheitsbe- amter, der Körperdetails sieht, ist womöglich weniger intimverletzend, als hunderte Mitreisende, die Zeuge rutschender Hosen werden - so wie jetzt. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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