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WAZ: Schlechter Haushalt. Kommentar von Christopher Shepherd

    Essen (ots) - Vor einem Jahr bemühte die Kanzlerin einen recht klischeehaften Vergleich, um den Weg aus der Krise zu weisen. Man müsse nur die schwäbische Hausfrau fragen, denn diese würde sagen, dass man nicht auf Dauer über seine Verhältnisse leben könne, riet Angela Merkel damals. Seitdem scheint bei ihr eine Amnesie eingesetzt zu haben: Ausgerechnet unter Merkels bürgerlicher Koalition droht eine Rekordverschuldung von 100 Milliarden Euro. Alles zusammengenommen hat Deutschland rund 1,6 Billionen Euro Schulden. Und darin sind weitere Lasten wie Pensionsverpflichtungen für Staatsbedienstete noch nicht eingerechnet. Nimmt man diese hinzu, ergibt sich ein Defizit von astronomischen sechs Billionen. Für 2010 wird der Staat 70 Milliarden Euro an Schuldzinsen zahlen müssen - die Pensionslasten noch gar nicht eingerechnet. Wo soll das bloß hinführen? Fakt ist: Es herrscht nicht mehr der geringste Spielraum für weitere Steuersenkung. Im Gegenteil. Um den Schuldenberg abzubauen, muss eisern gespart und an der Einnahmenseite gefeilt werden. Das weiß nicht nur die schwäbische Hausfrau.

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