Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Obamas Friedensarbeit. Kommentar von Ulrich Reitz

Essen (ots) - Das Nobelpreis-Komitee hat den Friedens-Anbeter ausgezeichnet, bedankt hat sich der Friedens-Arbeiter. Gestern in Oslo herrschte eine denkwürdige Asymmetrie. Auf der einen Seite die geistigen Erben des Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, den an seinem Lebensende das schlechte Gewissen zum Guten anstiftete - sie beschworen die Friedens-Utopie, die Klimahoffnung, die soziale Verheißung in Obamas Reden. Sie verteidigten ihre Entscheidung, keine Leistung gewürdigt zu haben, sondern ein Versprechen. Auf der anderen Seite Amerikas Präsident, der Realpolitiker, der ungeschönte Einblicke gewährte in eine unfriedliche Welt. In der man Sanktionen verhängen muss gegen jene, die die Spielregeln der Zivilisation nicht achten: Iran, Nordkorea, Birma. In der man, um Frieden zu erreichen, Kriege führen muss, auf dem Balkan, in Afghanistan. Mutig sprach Obama über "gerechte Kriege", darüber, die Welt zu nehmen, "wie sie ist", über die Grenzen des Pazifismus: Ghandi hätte Hitler nicht stoppen können. Obama führte den Nobelpreis-Idealisten vor, wieviel hässliche Realpolitik nötig sein kann, um ein Versprechen wahr werden zu lassen. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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