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WAZ: Starkes Signal von der Insel - Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Aus vollem Herzen und mit einigem Recht haben wir Kontinentaleuropäer auf die angelsächsischen Finanzjongleure geschimpft, die den Rest der Welt mit in die Krise gerissen haben. Der von Immobilienhaien in den USA ausgelöste Crash traf die Briten besonders hart, weil auch dort ein traditionell wirtschaftsliberaler Staat die Märkte sich selbst überlassen hatte. Das Ergebnis ist bekannt. Doch so sehr die Briten bis dahin auf die Selbstheilungskräfte der Märkte vertraut haben, so entschieden wollen sie nun die alten Mechanismen durchbrechen. Die virtuelle Geldvermehrung durch dubiose Wettgeschäfte war ja System. Wer Händler zum Großteil über Boni für möglichst schnelle und hohe Gewinne bezahlt, bekommt die Blasen, die er verdient. Anlagen in reale Wirtschaftsgüter werfen derlei Renditen nicht ab. Künstlich aufpumpen lassen sich Papiere am besten, wenn ihre Käufer möglichst wenig über sie wissen - siehe Lehman-Zertifikate. Dass die Briten nun Banker-Boni zur Hälfte einkassieren wollen, ist ein starkes Signal von der Insel. Der Kontinent sollte genau hin- und vielleicht auch abschauen.

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